Hier findet sich eine kleine Auswahl an Eindrücken, die Petrolhead und Eisenmann (engl. ironman) mit einer Giulia Super von Alfa Romeo, Baujahr 1973, im Juli dieses Jahres auf ihrem Roadtrip und während des Inselhüpfens auf Islay, Jura, Skye, erlebt haben. Ich der "Eisenmann", wie ich mich selbst nenne, um etwas Abstand zwischen Autor und Figur zu legen, schreibe gerade eine Shortstory für ein renommiertes Automagazin über diese abenteuerliche Tour mit zwei Zelten - vom Schwarzwald bis an die Nordwestspitze der schottischen Highlands. Das ist/war kein Urlaub, die drei Wochen, das war Fahrspaß und Abenteuer pur, um eine echte Geschichte von diesem unsagbar schönen Land, seiner Natur und ein paar Menschen die exemplarisch dafür stehen in Worte und Bilder zu fassen.

12.000 Zeichen hat mir der Chefredakteur genannt, das sind gerade mal zwei DIN-A4-Seiten. Und nach drastischer Reduktiion sind immer noch 70 Top-Bilder geblieben. Wie bringt man so was auf dieses Volumen? Das frage ich mich momemtan noch. Ich werde nächste Woche die Lösung finden.

für: 'Die Leserin' und ihre Geschichte: Der alte Mönch und sein Reich - Deike Wilhelm


Der Ort der Spiritualität - das Zentrum der absoluten Ruhe und des Schweigens. Gäbe es diesen Ort nicht, wäre die Welt ein verlorener Stern, eine Bühne des Banalen. Nun ja, wenn es so wäre, dass die Banalität exklusiv existiere, der Natur wäre es gleichgültig. Aber der Mensch nähme für immer Schaden an seiner Seele, an seinem Sein und an seiner Kultur. Er bliebe eindimensional.


Was war das doch für eine Begegnung, ein Schnittpunkt der Synchronizität, X traf auf Y, das Männliche auf das Weibliche. Im Koordinatennetz der Spiritualität, der Suche nach dem Sinn des Lebens. Jenseits aller Klischees und Stereotypien. Ort - Zeit - Person. Determinanten für Geschichten, die 7. Dimension.


 

 

Giusy V., C/O Berlin - Thanks so much, Giusy, love your pictures...

© Ernst Lipps - Bilder vom VINTAGE REVIVAL, Montlhéry, Paris, 11.&12. Mai 2019

Das Revival, das unter dem Motto steht, es gibt sie nicht mehr und doch leben die Legenden, ist ein Augenschmaus für Blechschrauber und Ersatzteile vom Beginn des vorigen Jahrhunderts für Rennwagen vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, Classics eben.


© Ernst Lipps

mit freundlicher Genehmigung:

SWEET ARROGANCE, Paris - https://www.sweet-arrogance.com


Mit einer Neigung von über 50 Grad, einer Steilwandkurve ewig lang, verdammt hoch und doppelt so steil wie diejenigen der Nascarkurven in den USA, nimmt einem der Anblick eines dunkelblauen Rennwagens aus dem vorigen Jahrhundert, vor dem ersten Krieg, den Atem. Wie kann sich so ein Vehikel in dieser Schräge halten und dabei noch vorwärts kommen - unerklärlich. Am Rande stehen sweet arrogance und sind mit einverstanden, sich portraitieren zu lassen. Eine "ZEIT - Reise" in die Vergangenheit hat es mein Begleiter genannt. Und er hatte so was von recht. Wer seine Vergangenheit nicht kennt, wird seine eigene Zukunft nicht verstehen, schrieb ich mal. Zur Vergangenheit gehören nicht nur die eigene, individuelle Geschichte, zu ihr gehören der kulturelle und historische Background. Das Gestern, das Heute und das Morgen.


Die ZEIT steht nie still. Nur wir stehen manchmal, oder glauben es zumindest. Sie wirft uns Dinge vor die Füße, die wir erkennen und verarbeiten müssen. Es ist eine kraftvolle Erfahrung, sich mit diesen Dingen bewusst auseinanderzusetzen - zu müssen und es auch zu wollen -, Ihre Herausforderungen anzunehmen, zu begreifen, zu machen, zu leben. Die Realität, die Illusion und die Poesie des Lebens zu begreifen.

... wenn der Regen aufhört, dann donnern die Motoren




Die Reise geht weiter...

Reena - © Ernst Lipps

© Ernst Lipps   |   ©  Katharina Weber

 

© Ernst Lipps Fotografie; © Martin Wagner, Oldtimer-Fahrer



© Tamara B ; composing: E. Lipps

 
























Lesen macht durstig...und von hochgeistiger Literatur alleine kann kein Mensch leben. So weit die Füße tragen, drei Wochen lang kreuz und quer durch Prag.
















© Prager Literaturhaus; PHOTO © Ernst Lipps

Mit freundlicher Genehmigung des Prager Literaturhauses, seines Teams








Parizska, Straße in der Josefstadt Prag, Schaufenster




 

 

 



 

 















PRAG, Hauptbahnhof KUTNA HORA - Sedlec























DAS MAEDCHEN & DER TOD - Kutna Hora-Sedlec




April 2019

Die Flexibilität der Worte:


In letzter Zeit, eigentlich seit der Schlachtung Khashoggis, die symbolisch steht für alle Schand- und Gräueltaten die sich Menschen angetan, gerade antun, und noch antun werden, beschäftigen mich zwei Begriffe, als das sind 'Made in Germany' und 'german free'. Diese beiden Begriffe sind historisch. Der Erstere wurde meines Wissens von den Brexitiers erfunden, um die schlechte Qualität deutscher Produkte auszuzeichnen und von ihren eigenen abzugrenzen. Das war im vergangenen 20. Jahrhundert. Der Letztere wurde in diesen Tagen in die Medienarena geworfen, als Giftköder für all jene, die strikt und konsequent alle Waffengeschäfte in Kriegs- und Krisengebiete ablehnen. Mit ihm soll Druck gemacht und Ausgrenzung betrieben werden. Diese Waffen sind alle 'german free'. Das sind Tatsachen mit Bedeutungen. Es gibt auch noch ein drittes Wort, die 'german Angst', mit der man im allgemeinen den ängstlichen Persönlichkeitszug der Deutschen begrifflich belegt, nicht sein Gehorsam gegenüber der Obrigkeit. Was sagt uns das über die Gefühlslage des Deutschen? Sie oder er ist in der Wahrnehmung der Außenwelt mit Vorsicht zu genießen, einmal zuverlässig, ein anderes Mal das Gegenteil. Ich glaube, es war dieser Brecht, der unter vielem anderen mal geschrieben hat: Das Fressen kommt vor der Moral. Und da ist was Wahres dran. Ich stelle mir vor, ich würde meinen ärgsten Feind zerstückeln..., nein, das will ich mir nicht einmal vorstellen, mir käme das Kotzen. Ein natürlicher unwillkürlicher Reflex des Parasympathicus. Die Heiligkeit, das Tabu der Worte. Wer oder was darf gesagt werden und was auf keinen Fall? Ein Wort ist wie eine Hure, es lässt sich benutzen. Dabei wird es selbst nicht einmal bezahlt. Es wird benutzt. Aber es hat eine dienende Macht. Es definiert Handlungen. Aus dem ursprünglich minderwertigen 'Made im Germany' wurde - zumindest eine Zeitlang - ein globaler  Gütebegriff, der für eine perfekte Funktionalität und Zuverlässigkeit stand. Und nun wurde in der Waffenszene ein neues Label aus der Taufe gehoben: 'german free': Man höre und staune. Und das bedeutet nach meinem Wortverständnis u n z u v e r l ä s s i g, nicht geeignet für Waffen- und Kriegsgeschäfte. Die australische Premierministerin hat nach dem Amok mit ihrem Parlament ein Verbot aller Schnellfeuerwaffen in den Händen des Australiers erlassen - das ist einmalig und konsequent, global, weltweit. Andere sind da nicht so zimperlich, die fordern 2%. Worte sind flexibel, Konsequenzen nicht. Konsequentes Handeln ist die Voraussetzung für das Neu-Lernen. So könnte das Etikett 'german free' eine Qualität bekommen, die keiner voraussehen konnte oder wollte, aber es gehört etwas Mut dazu und auch viel Angstfreiheit und Konsequenz. Worte sind geduldig und strapazierfähig, Konsequenzen nicht. Wir werden sie beobachten, die 'german Angst', konsequent und zuverlässig aus der Reihe tanzen zu wollen, sich aber nicht zu getrauen, und die Franzosen und Engländer vorzuschieben vor den eigenen Schiß. Und wir werden die Entwicklung des neuen Waffensigels 'german free' beobachten, wir Deutschen, ob wir das aushalten, oder einknicken werden, so dass das Wort allmählich sang- und klanglos im Orkus der Geschichte verschwindet und die alten Zustände wiederhergestellt sind: job as usual.


Und noch ein 'big deal': Der alte Mann und das Meer: Bayer und Monsanto und Glyphosat. Hemingway wusste, was einem blüht, wenn man sich mit Haifischen anlegt und alt ist, man wird abgenagt. Worte sind Huren, Konsequenzen schmerzlich und lehrreich, nicht jedoch für Unbelehrbare. Die Germans, die den Hals nicht voll kriegen können, kein Wunder, wenn man eine 'german free' Area schafft: Endlich, vielleicht und das wünsche ich uns Deutschen, haben wir bald einen anderen Geist, der keine maroden Immobilien mehr kauft, bevor in Amerika, und dann weltweit die Spekulationsblase platzt, der nicht wachstumshörig jedes Rattengift schluckt und vor Schurken und Mördern in die Knie geht.


DIE MEINUNGSFREIHEIT steht zur Debatte


https://www.arminwolf.at/2019/04/28/etwas-das-nicht-ohne-folgen-bleiben-kann/?utm_source=pocket-newtab


Meinung: Was ist das? Es scheint sich um einen mehrschichtigen Begriff aus dem Geistesleben zu handeln. Aus der Art, wie man denkt. Der DUDEN spricht von Meinungsäußerung, Meinungsaustausch, meinungsbildend, Meinungsforscher/-in, Meinungsfreiheit, Meinungsmacher, Meinungsstreit, Meinungsumfrage, Meinungsverschiedenheit und Meinungsvielfalt.

Es handelt sich offensichtlich um etwas sehr Subjektives. Sofern es überhaupt im Menschliches etwas Objektives gäbe oder geben könnte - selbst professionelle Mathematiker behaupten, die Mathematik sei subjektiv -, geht die Psychologie grundsätzlich davon aus, dass Wahrnehmung, Informationsverarbeitung und Interpretationen subjektiven Denkprozessen unterliegen. Pointiert formuliert: Existieren wir wirklich, oder bilden wir uns das nur ein?

Meinungen, das lässt sich zumindest sagen, können sich stark und deutlich von Fakten unterscheiden. Fakten, oder das was wir Tatsachen nennen, darüber sind sich mehrere oder viele einig, dass sie so sind wie sie sind. Wenn ein Arzt den Tod eines Patienten feststellt, dann schafft er damit ein Faktum.

Besonders heikel sind Meinungen, wenn sie hochemotional aufgeladen sind. Beispielweise mit Angst, Wut, Verzweiflung. Als Kind unterliegt man oft oder überwiegend den Meinungen der Eltern über das, was richtig oder falsch sein soll. Heranwachsend sind das die Bezugsgruppen Kindergarten, Vor-Schule, Ausbildungsgruppe, Lehre, Studium.

Eine klare Meinung von etwas zu haben, gilt als Zeichen von Persönlichkeit und Urteilskompetenz. So betrachtet ist die Meinungsbildung zu bestimmten Begriffen ein wünschenswerter Vorgang der Selbst- und Lebensorganisation. Im Bewusstsein sollte aber auch der Begriff des menschlichen Irrtums stehen. Menschen sind nicht frei davon, sich zu irren. Ein Mensch, der sich nicht mehr irren darf und keine Fehler machen darf, nennt man zwanghaft. Insofern sind alle Formen von Ideologien, also Lehrmeinungen, die von ihrer eignen absoluten Unfehlbarkeit zwingend überzeugt sind, zwangsneurotische individuelle oder kollektive Systeme.

Meinungen sollten sich, wenn sie nicht den Ruch des Absurden annehmen wollen, überprüfbar und korrigierbar sein. Wenn es anderslautende Informationen gibt, die dem Inhalt einer Meinung widersprechen, das sollte das die Meinung in Frage stellen dürfen und müssen. Seriös wäre das auf jeden Fall.

Jüngste Beispiele sind: Ist Glyphosat lebensgefährlich? Wird uns der Klimawandel verhungern oder verdursten lassen? Ist es besser CDU/CSU, SPD, LINKE oder AFD zu wählen? Hier bewegt man sich im Minenfeld der Meinungen. Es handelt sich hier um das Themengebiet der Politik, der Wirtschaft, der Gesellschaft und des Sozialen. Ein weiterer Begriff spielt in die Schnittmenge der Meinungsbildung hinein: Interessen! Welche Interessen formen die Meinungsbildung? Was ist gut / schlecht für uns?

Man sieht, wenn man sich einigermaßen differenziert mit dem Begriff Meinung und Meinungsbildung befassen möchte (und alles andere ist banaler Mumpitz), dann wird es ein wenig anstrengend und erfordert einiges an Denkarbeit und Kombinatorik. Ich habe oben einen Link eingefügt, obwohl ich von Links nicht viel halte, lieber habe ich Texte. Hier droht ein Generalsekretär ( hier irrt möglicherweise mein begrenztes Erinnerungsvermögen in einer medial überschwemmten globalen Infotainmentgesllschaft und schwups kann man mich schon der Lüge überführen) einer rechtsnationalen Partei einem Journalisten der Öffentlichen Rundfunkanstalten mit Konsequenzen. So ein Vorgang ist (noch) nicht ganz alltäglich, wird aber immer häufiger. Der Journalist fragt, ab Plakat A nicht Ähnlichkeiten mit Plakat oder Titelblatt B habe, was die dämonisierende Darstellung einer Bevölkerungsgruppe anbelange. Daraufhin droht Kandidat V mit Konsequenzen.

Meinungen können Druckmittel sein, wenn man sie als solches benutzen will. Dabei sind es kognitive Konstrukte, die unserem Denken und Handeln helfen sollen, das Richtige zu tun. Werden sie aber zu Werkzeugen der Propaganda oder des Rechthabens instrumentalisiert, dann geht es ausschließlich um POLITIK - MACHT - KRIEG. Das Pendant im zivilen Bereich wäre Werbung und Influence, der letztere Begriff ist momentan hoch in Mode gekommen.

MENSCHEN MANIPULIEREN SICH - STÄNDIG

Anarchie - Demokratie - Totalitarismus

Meinungen, Werthaltungen, Machtansprüche und Rechthaberei.

Die Wurfhand tötet das hüpfende Känguruh mittels Bumerang (Holzmeinung).

Meinungen sind gefährlich, aber unverzichtbar für die menschliche Selbstorganisation. was noch gefährlicher allerdings ist, wenn man sie verbietet, zu haben.

Zurück zum Ausgangsbegriff: MEINUNGSFREIHEIT: Ohne sie, leben wir, ob wir es wollen oder nicht, in einer humanoiden Diktatur. Wer Meinungen unterdrückt - möglicherweise noch unter Einsatz von Gewalt -, hat ein Problem.

Und: Fragen zu stellen, die natürlich ein gewisses Maß an Denkkompetenz voraussetzen, ist ein unverzichtbarer Bestandteil der menschlichen Kulturgeschichte. Und die hat ein weltumspannendes Netz an Modellen und Objekten hervorgebracht. Eine einzige Meinung ist dabei wie der Mond in der Endlichkeit des Universums.


Ernst Lipps, 30.04.2019


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17.06.2019 Das Unbewusste der Gegenwart - eine Analyse

Strukturelle, systemische Gewalt als Mittel der Durchsetzung von Macht.

https://www.tagesschau.de/inland/luebcke-mascolo-101.html

"Wir haben nichts davon gewusst" ...., so oder ähnlich argumentierten viele Deutsche nach dem Totalen Zusammenbruch am Ende des WKII.

Doch, alle haben davon gewusst, aber nichts sehen wollen. Gewalt ist das älteste Mittel, um Macht durchzusetzen - im Individuellen und im Kollektiv und global. Gewalt und Angst sind beides Phänomene, die der besonderen Beachtung bedürfen. Es genügt, sich anzuschauen, wie mit den beiden Begriffen aktuell umgegangen wird: Die Botschaft lautet - Wer uns nicht passt, den legen wir um.


Haben Sie das verstanden?





6.5.2018

Geschichtsstunde:

>>Es lebe die Freiheit!<<


Hans Scholl, 22. Februar 1942

Verhandlung führte Dr. Roland Freisler, Präsident des "Volksgerichtshof" direkt in München, war von Berlin eingeflogen:

"Wir brauchen kein Recht! Wir brauchen kein Gesetz! Wer gegen uns ist, der wird vernichtet!"


Ein Gestapo-Beamter notiert für Freisler Hans Scholls Kommentar:

>>Scholl bezeichnete die laufende Verhandlung als Affentheater<<.


Am selben Tag noch vollstreckt der Scharfrichter Johann Reichart das Todesurteil an Christoph Probst, Hans Scholl und Sophie Scholl mit dem Beil. Er hat über 3.000 Urteile vollstreckt. Wurde nach Kriegsende für kurze Zeit entlassen und bereits im Herbst 1945 wieder vom bayrischen Justizministerium eingestellt und nach Landsberg verpflichtet, als Henker für die in Nürnberg verurteilten NS-Hauptkriegsverbrecher.

Freisler wurde während einer Verhandlungspause von einem marodierenden Bombensplitter getötet. Eine weiter Handvoll Blutrichter, verantwortlich für über 7.000 Urteile, übten ihren Dienst teils noch Jahrzehnte für die neu entstandene Bundesrepublik aus - ohne erkennbare Nachteile für ihre Vita.


Literatur:

Ulrich Chaussy . Gerd R. Ueberschär

>>Es lebe die Freiheit!<< - Die Geschichte der Weißen Rose und ihrer Mitglieder in Dokumenten und Berichten, S. 94-98, Fischer TB 2013


Was ist mein Bezug zur deutschen Geschichte?

Ich wurde Mitte der 60er Jahre am Gymnasium mit der historischen Aufarbeitung der Blut- und Verbrechensspur des Tausenjährigen Reichs intensiv konfrontiert. Was ich damals nicht wusste - vielleicht war ich zu jung, zu abgelenkt, zu naiv ..., dass die meisten Nazis nahtlos Schlüsselpositionen in der BRD einnahmen.

Die Archive blieben unter Verschluss, bis 1989, nach dem Fall der Deutschen Mauer. Und erneut wiederholten sich ähnliche Abläufe unter anderen Vorzeichen. Das nannte man Aufarbeitung. Inzwischen weiß ich, dass "Aufarbeitung" ein, zwei, drei und mehr Generationen umfassen kann. Wir beginnen - wieder - auf einer ganz neuen Ebene, uns der Wahrheit der Geschichte zu stellen. Werden wir ihr gewachsen sein?


Die Toten sprechen zu uns!


18.April. 2019

Kurz und bündig - 1 Jahr danach:

Deutschland muss sein rechtes Auge zur Kenntnis nehmen, es war blind.

https://www.tagesschau.de/inland/gba-ns-vergangenheit-101.html

2. July 2019

Das linke lebt im Untergrund, wo denn sonst?

Die Stasi-Zentrale in Berlin ist so groß wie nie.

Überwachung zur Tagesordnung geworden.

Wer hat einen "sicheren" Arbeitsplatz?

Deutschland geht es (noch) gut.

Wir liefern wieder Waffen in die Welt.

Fühlen Sie sich sicher?


2.7.2019 - Wer seine Vergangenheit nicht kennt, wird seine Gegenwart nicht verantwortungsbewusst gestalten und seine Zukunft auf's Spiel setzen. Es geht nicht um Rache, ewig Gestriges usw., es geht um eine relativ angstfreie Gesellschaft, die sich nicht vor den ganz großen, aber auch vor den ganz kleinen Tätern und Mitläufern verstecken muss.



18. April 2018


Als ich gestern Mittag zufällig im Internet die Seite der "Süddeutschen" überflogen habe, las ich, was das konkret bedeutet. Am prägnantesten hat es Heribert Prantl auf den Punkt gebracht, ich fasse zusammen:


Das Seehofern und Södern (Lipps) sieht so aus:

Der Paragraf 63 wurde "reformiert". Er regelt die zwangsweise Unterbringung des Einzelnen in der forensischen Psychiatrie. Wenn sie dort einmal angekommen sind, treten strafrechtliche Massnahmen in Kraft: In Krisensituationen - ohne dass eine strafbare Handlung vorliegt - tritt die Zwangsunterbringung in die "Geschloßene" in Kraft, vorerst nur in Bayern, das in solchen Beschlüßen schnell und vorbildlich in seiner Selbstwahrnehmung schon immer war. Die Vorschriften sind denen des Strafrechts analog: Einschränkung und Kontrolle aller Besuche, Überwachung der Telefonate, Videoüberwachung, Durchsuchung des Kranken, wozu auch die "Kontrolle der intimen Körperöffnungen" zählt!

Damit noch nicht genug, werden die Klinik und das therapeutische Personal gezwungen (entgegen dem §203 Schweigepflicht, StGB) Meldung zu machen und Daten wie Befund und Diagnose an eine Zentralstelle weiterzugeben.

Meine erste Reaktion war Fassungslosigkeit. Mir war sofort klar, dass dieses polit-juristische Monstrum in alle Ebenen des Zusammenlebens eines Individuums hineingreift. Die zukünftigen Folgen sind weitreichendst.

Unmittelbare Folge ist, dass Angst erzeugt wird. In repressiven Staatsgebilden sind zwangspsychiatriesche Einweisungen eines der häufigsten Mittel, um Abweichler ruhig zu stellen. In Zeiten in denen das Hochlied des freien, demokratischen Westens, exponiert die freie demokratische, vereinigte Bundesrepublik, laut angestimmt wurde, konnte man froh sein, nicht in einem der bekannten Staatsgebilden leben zu müssen. Ein gutes Gefühl. Diese Zeiten sind ab sofort unwiederbringlich vorbei. Das wird die nahe und fernere Zukunft beweisen.

Es geht, um das verstehen zu können um das 'Psychische'. Aber was ist das? Bei den Griechen im Altertum, als der Himmel den Göttern und die Erde den Menschen gehörte, hatte ein König (nachzulesen in dem erbaulichen Buch von Michael Köhlmeier - Das grosse Sagenbuch des klassischen Altertums, S. 395-414) vier Töchter. Die Jüngste hieß Psyche, eine makellose, unnahbare, unberührte junge Schönheit, die Schönste überhaupt. Es wurde gemunkelt, dass sie schöner als Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Liebe sei. Es braucht nicht viel Fantasie, dass so was nie ohne Folgen bleiben wird. Ich kürze: Eros, der "Gott des Begehrens" (Köhlmeier), ein Sohn der Aphrodite und des Kriegsgottes Ares, verliebte sich schicksalhaft in dieses attraktive Menschenkind mit Namen Psyche. was dann geschah, sollten man selbst nachlesen.

Wir leben nicht mehr im Altertum, auch nicht mehr, oder vielleicht doch wieder, im dunklen Mittelalter der Folter, Inquisition und Hexenverbrennung. Wir leben im Jahr 2018. Was bedeutet das konkret, wenn sich jemand entweder selbst, oder andere töten möchte? Die Gesellschaft will nicht, dass er, weder das eine, noch das andere tut. Und ergreift Massnahmen. Historisch waren das Gummizellen, kalte Bäder, Spritzen, hirnchirurgische Eingriffe u.a.

Psyche, die Schöne, die menschliche, hat auch ihre Schatten. Sie wird bewundert, beneidet, gehasst und gefürchtet kraft ihrer Expressivität. Und das Bedürfnis ist groß, genauso wie beim Sex, sie zu kontrollieren. Zu kategorisieren, was gut, was schlecht ist. Ohne in die Philosophie auszuufern, das Gesödere geht zu weit! Die Schöne wird stigmatisiert, wenn sie sich nicht an die engen Grenzen der sogenannten "Normalität" hält, wenn sie mal eine Krise hat, unglücklich verliebt oder tief verzweifelt ist. Dann muss sie "behandelt" werden. Aber nicht so, definitiv nicht so. Vielleicht könnte man mal erst Leute fragen, die sich mit der Psyche etwas auskennen? Nicht weil die klüger sind, einfach nur ein wenig mehr wissen. Vielleicht könnte man die öffentliche Meinung mal hinterfragen, wie groß ihr Bedürfnis nach Sicherheit ist, dass sie klaglos Abhörskandale, Weltwirtschaftskrisen, Flüchtlingswellen, weltweite Kriege, Drohnenpleiten, Vorratsdatenspeicherung und weitere ungezählte Peinlichkeiten über sich ergehen lässt. Steuerhinterziehungen, Off-Shore-Briefkästen und dergleichen habe ich noch - wie so vieles andere - der vergangenen schwarzbraunroten und gelbgrün flankierten Ära vergessen. Oder Alt-Werden, ein Skandal. Sag' mir wo die Psyche ist, wo ist sie geblieben? Eines ist sicher, todsicher, sie wird immer mehr verwaltet, mit hunderten von Gesetzen und Formularen.


Eine Tragödie -ganz im Sinne des altgriechischen Theaters. Bändigt die Schöne!