Schriftsteller, Fotograf, Indipendent
 
schreibend und sehend leben


 

 





Heute,  am letzten Tag im Mai, flog dieser Vogel, weit weg irgendwo im Himmel, als ob er selbst Luft wäre - schwerelos.

Ich habe ihn fotografiert und seine Farben akzentuiert. In meinem Herz war ich ihm ganz nahe, flog mit ihm, als ob ich kein Gewicht hätte.

Wir Menschen sind dem Tier nicht überlegen, wir tragen Masken, fürchten uns, kriechen über die Erde, schwerfällig, unbeholfen, weit entfernt vom Flug des Vogels.

Um fliegen zu können, muss man Vogel sein: leicht, gedankenlos, instinktgeleitet.

Nur dann trägt dich der Wind -überall hin.


ZEITENWENDE, oder GÖTTERDÄMMERUNG?

Wollen Sie heute christianisiert, skalpiert, bekehrt oder zwangsverheiratet werden (erschossen oder gefoltert habe ich noch vergessen - fast)? Und das im 21. Jahrhundert?! Gesinnungsterror nenne ich das, als Psychologe.  Geistige Finsternis der ideologischen Kleingeister.

Ich bin kein Moralist, das ist mir zu pädagogisch; ich bin seit meinem 60. Lj offiziell Schriftsteller. Ich habe mich selbst dazu ernannt.

Denn, in einer Welt der Irren, ist der Verrückte König.

Und da alle das reife Alter fürchten, habe ich es zu meiner Plattform gemacht: Die Ebene der Freien, der Erlösten, der Gelassenen. Ich bin frei, weil ich es sein will - und keine Kompromisse mache.

Das ist ein mega* (dummes Jugendwort) Gefühl, denn man hat keine Angst mehr, außer die von Asterix und Obelix, dass dir der gallische Himmel auf den Kopf fällt.


(Fortsetzung folgt ...)


Essay über den Helden-Tod von „Der Stimme der Wahrheit“ Khasha Zwan, Afghanistan

Juli 2021

 

DER TOD

Das Absolute!

Nichts fürchtet der Mensch mehr, als ihn, den Vollstrecker.

Mein kleines zittriges, bedrohtes Leben, er macht keinen Halt – vor nichts.

Er kommt im Krieg, er kommt im Frieden, nachts und tags,

plötzlich, unerwartet, unberechenbar.

Der Tod, der Sensenmann, der Pest-Bote.

2021, die Katastrophen sind unübersehbar, sie rasen um die ganze Welt.

<80 Millionen Flüchtlinge, noch nie dagewesen, pandemischer Horror!

1918 lag Europa in Schutt und Asche, nach dem I. Weltkrieg

2021 ist der Krieg überall, im All genauso, wie bei „your neighbours son“.

Ich wurde als deutscher Fallschirmjäger ausgebildet, nicht für den globalen Krieg,

der war damals Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts nicht vorstellbar.

Das die Europäer sich abschlachten, möglich, dass die Russen kommen …, eher nicht.

Aber dass wir, DIE DEUTSCHEN, wieder in den globalen Krieg ziehen, auch nach Afghanistan,

unvorstellbar in der Zeit der Hippies mit den Liedern von „LOVE & PEACE.

Ich will nicht ausholen, nicht salbadern, nicht schwafeln, noch sentimental werden:

Ein paar junge Arschlöcher haben Khasha Zwan am Baum an den Armen aufgehängt, und ..

Ihm die Kehle durchgeschnitten!

 

Und ob es Islamisten, IS-ler, Talibans oder wie sie auch immer heißen, sind, es sind Mörder.

Einfache, primitive Mörder – nichts mehr, Handlanger des Todes.

Der Tod zeigt sein schrecklichstes Gesicht, sein meuchelmörderisches, sein gnadenloses.

Wie in jedem Krieg, er ist Terrorist!

 

Als Soldat lernst du deine Scheiß-Angst zu besiegen, denn, du wirst verrecken;

Du schlachtest, oder du wirst geschlachtet.

 

Wenn ich das schreibe, dann weiß ich, dass ich auf irgend einer Todesliste landen kann

Und erschossen, massakriert, abgemurkst werden kann …, na und?

Schnauze halten und in die Hose vor Angst scheißen, eine schlechte Perspektive, definitiv.

Auch in Deutschland träumen adrenalinübersättigte Faschisten vom finalen

Massaker – und wie!

 

Aber, mich bewegt dieser fremde Mann, dieser junge Afghane, diese Hoffnung auf Leben und Freiheit.

Marco Polo soll gesagt haben, verzeihen sie mir, es ist lange her, wo ich das Originalzitat gelesen habe:

Die Afghanen sind ein kriegerisches Volk, sie werden nie, von nichts und niemandem besiegt werden.

Die Russen können ein Lied davon singen.

Die Amerikaner auch und die DEUTSCHEN, die Kaisertreuen, die erst recht.

Und immer wieder ziehen sie los,, marschieren mit, bringen Elend, Horror und Tod.

Sie sind ein erbschuldiges Volk.

 

Khascha Zwan, oder Khaschoggi, oder …, wären auf jeden Fall getötet worden, denn,

der Mensch ist ein blutig Vieh, eine Bestie, ein Mörder.

 

Du bist mutig gewesen Khasha, du hast den Mördern getrotzt, sie sind lediglich die Sklaven ihrer menschlichen Triebe.

Es lebe der Tod – es lebe die letzte Freiheit – vor der Bestie Mensch.

 

Ruhe in Frieden, Bruder


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Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/personalausweis-115.html

 

„Ab Montag, dem 2.8.2021, ist jeder verpflichtet, beim Beantragen eines neuen Personalausweises seine Fingerabdrücke im Einwohnermeldeamt abnehmen zu lassen. Mit der neuen Regelung setzt Deutschland eine Verordnung der Europäischen Union um, die die Sicherheit der Personalausweise erhöhen soll. Dafür werden künftig zwei Fingerabdrücke im Chip des Ausweises gespeichert.“ Für den Reisepass sind Fingerabdrücke bereits seit 2007 verpflichtend. „Digitalcourage“: "Die zwangsweise und anlasslose Abgabe von biometrischen Daten entspricht nicht den Werten von Rechtsstaaten und Demokratien, sondern der Kontrollsucht von Polizeistaaten." Das Erfassen biometrischer Merkmale sei hochproblematisch, denn diese Daten ermöglichten lebenslange Kontrolle. // Zitatende

 

1.8.2021; Mein Kommentar: POST-ORWELL-DIKTATUR SCHWARZ-ROT-GOLD

mit garantiertem Zugriff für Verbrecher und Faschistenregime der Zukunft.

Selten, nie, hatten die Mächtigen soviel Macht über die Schlafmützen!


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Warum ich lese, seit ich es als Kind gelernt habe

Essay, angeregt von einem kleinen roten Büchlein aus dem Wagenbach Verlag, Berlin, ich bin auf der Seite 62 angelangt und habe mehr begriffen als in Jahrzehnten Schule, Studium, Arbeit und Beobachtung: Joke J. Hermsen, Rosa und Hannah, Das Blatt wenden. Es geht um Menschen, Macht/Ohnmacht, Herrschaft, Politik, Krieg und Tod. Also kein leichter Stoff, aber so geschrieben, dass es sich um beste und faszinierende Sach-Literatur handelt, wie ich es nennen mag.

Kurze Erklärung: Ich bekomme kein Geld dafür, eine Meinung zu vertreten, ich will gar keine Meinung „verkaufen“, ich will lernen und verstehen. Das war -rückblickend in die Vergangenheit- schon immer so bei mir. Die Psychologie nennt so eine Einstellung/Attitude ‚intrinsische Motivation‘, etwas, das von tief innen kommt und mit dem Außen, der Welt, in Verbindung steht. Der große Vorteil des Lesens ist, ich kann es ganz alleine machen, das Buch, die Lektüre mir selbst aussuchen, auch wenn ich schon von der Bestseller-Werbung sturmreif geschossen worden bin. Wäre ich heute Kind, ich wüsste nicht, ob ich ein Buch in meine Hände nehmen würde, statt der elektronischen Alternative. Heute benutze ich beides, alles hat Vor- und Nachteile; lieben tue ich aber das Buch, die papiergebundenen Seiten, nur mit Buchstaben oder auch mit Bildern darin. Das fängt schon mit meiner Aufmerksamkeitssteuerung an, die ist auf Bücher programmiert.

Ich habe die „Sache“ nicht aus dem Blick verloren, das, worum es geht: Das Blatt wenden. Ein gut gemachtes Buch macht mich erst einmal neugierig, es fokussiert meine Aufmerksamkeit, durch den Einband, die Schrift, den Inhalt auf dem vorderen Buchdeckel und auf der Rückseite. Ich nehme es in die Hand … Dann versuche ich das Geheimnis seines Versprechens zu ergründen: Werde ich schlauer, klüger, glücklicher sein, wenn ich es lese? Wird es mich langweilen, oder entsetzen. Wenn es heute ein Buch gäbe, das mir plausibel erklären könnte, wie der Tod funktioniert (über die Liebe glaube ich ein wenig mehr zu wissen) und zwar der individuelle, nicht der allgemeine oder kollektive, ich würde es kaufen, selbst wenn es 99.- Euro kosten würde. Das Risiko wäre immens hoch, dass man für 99.- Euro einen öden, langweiligen Schund bekommen hätte, der als SPIEGEL-Bestseller monatelang auf Top 1 gestanden hat.

Ein ‚gutes‘ Buch hat immer auch ein wenig Magie, es frißt mich komplett auf! Ich weiss zwar, dass es ‚nur‘ ein Buch ist, auch wenn es 99.- Euro kostet, aber es ist so geschrieben, dass ich an das Geschrieben glauben kann, wenn ich das möchte, es tritt in Beziehung zu mir und meinem Leben, es ist ein Mehr-Wert in geistiger Form. Eine kleine Warnung vorweg: Auch für 99.- Euro, oder gar 999.-, darf ich nicht alles erwarten. Ein Buch hat seine Grenzen. Und das ist gut so. Gäbe es dieses ‚gute‘ Buch vom Tod und wie der funktioniert -ich meine jetzt nicht medizinisch-, sondern biographisch, philosophisch, lebens- und lerntechnisch, oder als Schließung einer gravierenden Wissenslücke, meine Neugier und Ungeduld wären viel zu groß, als dass ich es liegen lassen könnte. Ich könnte natürlich alle möglichen Leute fragen, die fast schon einmal gestorben sind, am besten wäre es, einige Tote zu fragen, ihren Stimmen aus dem Jenseits zu lauschen. Ich könnte die Marilyn Monroe zur körperlichen Liebe nach dem Tod befragen, oder den Fjodor Dostojewski, wie er sich gefühlt hat während seiner Schein-Erschießung auf der Mauer der Peter-und-Pauls-Festung in Sankt Petersburg (er wurde im letzten Moment mit anderen vom Zar „begnadigt“ und war am Ende seines Spielerlebens tief religiös geworden, woran man erkennen kann, wozu Angst befähigt), vielleicht auch noch Jesus Christus, der ist mit allem fertig geworden.

Aber: Ich habe wenig mit Marilyn Monroe, noch mit Fjodor Dostojewski an Schnittmenge, außer dem, was ich über sie gelesen habe. Ich will ja mehr zu „meinem“ Tod erfahren und das nicht unbedingt am Sonntag vom Pfarrer, der von der Kanzel predigt. Es gibt halt Dinge zwischen Himmel und Erde, die sich absolut der Eigenkontrolle entziehen. Die Banalitäten des Lebens erstrecken sich dann halt in mehr oder weniger hilflosen Bemühungen, zwischen privater oder gesetzlicher Krankenkenversicherung, die man heute bei der „Gesundheitskasse“ abschließen muss, zu wählen, Einzel- oder Doppelzimmer, sofern man sich das leisten kann und möchte und einiger trivialer Massnahmen angesichts des Unvermeidlichen. Ein gutes Buch, meine ich, zeigt mir, wie ich meine Würde behalte angesichts des absoluten Kontrollverlusts. Es zeigt mir Wege, Schleichwege, das Drama zu umschiffen, es spendet mit Trost und Zuversicht, ohne dass ich gläubig sein muss, es bringt mich zum Lachen, gerade dann, wenn es scheinbar nichts mehr zum Lachen gibt – es lässt mich Mensch sein, oder es mit dem letzten Atemzug werden.

Wie bereits gesagt, es ist Magie. Es tanzt mit dem Unerklärbaren, dem Unaussprechlichen und Unvermeidlichen. Ich fühle mich verstanden, kann mich verstehen es dann beruhigt zur Seite legen. Es versetzt mich ins Staunen, über das, was es alles gibt, auch wenn ich es selbst noch nicht erlebt habe. Heute gibt es gute Bücher für -.99 Cent! Das Buch ist zur massenhaften Ramsch-Ware geworden, oder droht es zu werden. Woran liegt das? Genauso wie Fleisch im Supermarkt, wird es immer billiger und verliert an Wert. Hauptsache es findet einen Käufer und die Kasse klingelt. Aber das meine ich nicht, wenn ich darüber nachdenke, warum ich seit Kindheit ein Buch lese, wenn ich es will, oder muss. Was ist ein Fatalist? Das ist ein lebendiger Toter. Er glaubt nicht, ‚Das Blatt wenden‘ zu können. Wahrscheinlich liest er auch wenig, wozu auch: Ist doch nicht zu ändern, war immer schon so, wird immer so sein …

In meiner letzten Stunde, bevor ich sterbe, will ich keine weinende Gesichter sehen, auch ich will nicht weinen. Vielleicht will ich ein letztes Mal noch ein kleines, dünnes Büchlein in die Hand nehmen, was „Schönes“, still und friedlich lesen, mich verzaubern lassen von der Macht und der Magie guter Literatur, und dann einschlafen, als ob mein ganzes Leben nur ein Traum gewesen wäre, der nun zu Ende geht, oder (Glaubenssache) Die Große Reise beginnt …

 

Ernst Lipps, Juli 2021





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Die Menschen meinen es nur gut mit dir, mein liebes Kind ...


So redet eine liebende Mutti, die ihrem Augenstern Vertrauen in die Welt beibringen möchte. Es geht jetzt aber nicht um Erziehungsfragen, sondern um Realität. Erwachsene Realität. Heute am 19.07.2021. Vor einem Jahr genau, habe ich auf dem Col d’Isèron in beißend kalter Gebirgsluft übernachtet, näher dem Himmel als der Erde. In der Heimat von PEGASUS, einem mythologischen Wunderpferd der griechischen Götter- und Sagenwelt. Das alles mag scheinbar nichts miteinander zu tun haben, aber, warten wir es ab, was da noch kommt. Wenn der Mensch auf sein Werk stolz ist, gibt er ihm manchmal himmlische Namen, um dessen herausragenden Fähigkeiten zu unterstreichen. So wie bei NSO. Wer ist NSO? Spielt keine Rolle: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“. Heiß macht mich, wenn mich ein Call-Center der Telekom vor ein, zwei Wochen anruft, und mir ein PEGASUS-Glasfaßerkabel oder so etwas ähnliches andrehen will, das alles andere weit in den Schatten stellt und das Ende der Kupfer-Ära in spätestens drei Jahren einläuten wird. Mir wird versichert, ich gehöre zu den vier Prozent der Auserwählten, die den Anschluß im Keller liegen haben und nur ihr OK geben müssen, um in den Olymp der mega-schnellen Internetnutzer gehoben zu werden. Wer kann da noch zögern, oder gar nein sagen? Oder heute, nach einem System-Update meiner Mini-Android-Schreibmaschine, soll ich einem neuen Vertrag nebst Datenschutzrichtlinien zustimmen, den ich weder verlangt, noch gewollt habe. Das alles wiederholt sich in wachsender Regelmäßigkeit. Das alles ist aber noch harmlästig = harmlos und lästig im Vergleich zum tollen PEGASUS aus einer israelischen Software-Schmiede. Und ich google jetzt mit Absicht nicht nach dem Begriff PEGASUS, um seine jahrtausendealten Wurzeln nachlesen zu können. Und referenziere auch keine ‚Hyperlinks‘ wie es so oder ähnlich im digitalen Jargon heisst. Digital ist hip, analog out. Ich frage mich, warum ich unter Dauerbeschuß stehe, ob ich will oder nicht. Was soll mir PEGASUS sagen? Alles ist möglich und machbar und es kann -lachen Sie nicht- jeden treffen. Ob Staatspräsident, Kanzlerin, Minister, Journalist, oder selbst ein Nobody wie mich. Nein, ich leide weder an Einbildung, noch an Größenwahn bezüglich meiner nominalen Wichtigkeit: es geht um die Macht von PEGASUS, sonst nichts. Um die Macht der Kontrolle über Menschen. Und deren Manipulierbarkeit. Um die Fähigkeit und Macht, aus dem Orbit Jeden und Jedes total aushorchen, ausspähen, überwachen und sanktionieren zu können. Sie meinen, das machen nur die Chinesen, oder die Russen, oder die Amerikaner (Einen Gruß an Herrn Snowden in Russland), nein, es machen viele, vielleicht bald alle. Denn, gemacht wird, was gemacht werden kann. Es handelt sich um eine internationale, globale Peep-Show. Im Deutschen Kaiserreich, oder bei den russischen Zaren, wurden ganze Heerscharen von Spitzeln beschäftigt, um suspekte Untertanen zu observieren und gegebenenfalls rauszufischen. Heute macht das eine Organisation namens BND oder eine anonyme namenlose Behörde mit dem Ziel, Verbrecher und Terroristen zu jagen und kaltzustellen. So wird es den großen Kindern erzählt, das Märchen. Und im Gegensatz zu dem bemitleidenswerten Zaren- oder Kaiserspion, der im nächtlichen Regen  nass werden musste, um sein Zielobjekt auszuspionieren, hat’s der moderne Sittenjäger tausendmal einfacher: er geht vom Computer aus ins Netz und schaltet sich bei seinem Gegenüber heimlich auf seinem „Desktop“ ein -mit Kamera und Mikrofon des „guest“, seines „Gastes“. Und hier kommt nun PEGASUS ins Spiel, das Glasfaßernetz der TELEKOM, das verapfelte iPad, oder der kleine Robotermann des ANDROID, der mich regelmäßig updatet. Das alles ist bekannt, aber Wissen ist Macht, Macht über alle und Jeden. Wer geglaubt hat, dass die anstehende Bundestagswahl bereits gelaufen sei, und die Altbewährten wieder einmal das Rennen machen werden, der hat weder mit der deutschen Flut, noch mit dem Lachen des Kronprinzen und auch nicht mit PEGASUS gerechnet. Das Rennen um die Macht ist offener denn je. Es sei denn, man muss die Deutschen fragen, was alles noch geschehen muss, bevor sie auf naive Fragen keine hässlichen Antworten ernten. Als ob die Natur dem Menschen nicht zeigt, wo der Hammer hängt, macht der alles um sie zu ärgern und zu kitzeln. Deutschland habe in der Krise versagt, hört man internationale Stimmen. Den Betroffenen nützt das „nothing“. Genauso wenig, wie wenn Feuerstürme durch Australien, Kalifornien oder Kanada rasen. Aber PEGASUS ist Menschenzeugs, ausgedacht im Hirn von Menschen, um andere Menschen zu überwachen, wann und wo es beliebt, schneller, als Sie denken können. PEGASUS ist ORWELL, Kaiserspäher und Zarenknute in Einem. Nun frage ich mich zunehmend ratloser, was das alles mit meiner 1/Achtmilliardstel Wenigkeit zu tun hat? Nichts, absolut nichts, solange nicht ein zweiter 1/Achtmilliardstel Mächtigkeit es anders sieht. Und PEGASUS hat auf seinem Computer. Wollen das rund acht Milliarden Menschen, oder werden sie einfach nicht gefragt? Oder kümmert es sie nicht? Weil sie so mit sich selbst und ihrer Misere beschäftigt sind, dass sie nach getaner Arbeit nur noch ihre Ruhe wollen, im Internet surfen, ins Bett gehen, beten und sich die Bettdecke übers Ohr ziehen? Denken ist mühsam, das soll man den Pferden überlassen, die haben die dickeren Köpfe dafür … Nein, es ist höchste Zeit, das Hirn einzuschalten, Entscheidungen zu treffen und – zu handeln. Solidarisch, gewaltfrei, aber verdammt klug!

Verantwortlich für den Text: Ernst Lipps, 19. Juli 2021

P.S. Mein Herz, mein Gefühl, mein Verstand leidet mit den Getroffenen, den Verlassenen, den Geopferten, sie, die Elemente von Menschlichkeit, empfinden kein Mitleid -das wäre das unpassende Wort-, sie verlangen Mitgefühl mit den Unglücklichen, auf dass das Blatt sich wendet.



Nach der Wahl ist … vor der Wahl. Es wurde gewählt und das Volk hat „Altbewährtes“ gewählt. Aber auch das Scheißbraune, Mist! Und jetzt jubeln sie, die Gewählten: die Abgeordneten-Diäten sind gesichert. Das ist eine Freude!!! Nicht jeder kann ‚nüßeln‘, auch wenn er es wollte, dafür fehlt dann doch die ethische Verworfenheit und der Platz an der Sonne. Mutti und die Kirche haben diesen moralischen Konflikt dem Kind ins Bett geflüstert. Nun könnte man so weiter-spinnen, aber das macht keine Freude – am wenigsten den Verlierern. Den Sozen und den Linken. Die einen, die Sancho Pansas mit ihrem Don Quichotte, die anderen die Altkommunisten, mit dem feurigen Karl Marx, mit dem Friedrich Engels, dem Unternehmer, mit der attraktiven Janine. Altbewährte Unterhosen ziehen sich die deutschen Michels am liebsten an, auch wenn sie zum Himmel stinken. „Das Schlimmste“ wurde verhindert, Gott-sei-Dank. So betrachtet, ist Deutschland knapp, aber verdient, an der Apokalypse vorbeigeschrammt: Weder die Rote Rosa, noch der kackbraune 88 sitzen nun im germanischen Sattel und terrorisieren ihre Untertanen bis auf das Blut: nein, es sind die ewigen Langeweiler, die gesiegt haben, zum Glück und drei-mal-Mal-Gott-sei-Dank, wo kämen wir denn da hin?! Es sind nicht die Sieger-Persönlichkeiten, deren Zeigefinger nach vorn in die strahlende Zukunft zeigt, es sind die heimlichen Hosenscheißer, die Arschkriecher, die Muttersöhnchen, die über das Trumpf-Ass gestolpert sind. Es sind „die, wie wir“, mit denen sich -wenn auch mit Bauchweh und Blähungen- jedermanns identifizieren kann, will, muss. So hat es der Deutsche (und hier muss ich Elke Heidenreich so was von recht geben: nicht der „Gegenderte“, weil das sprachlich verquirlte S…… ist, und so was von idiotisch daherkommt) demokratisch verdient, seinem Mangel an Fantasie, seiner Mutlosigkeit, seinem Hosenschiß und noch ein paar anderen weniger angenehmen und berühmten Tugenden, die Stange zu halten. So wird man Klassenbester in ganz Europa, ach was, in der Welt der verfemten „Globalisten“. Dabei habe ich noch eine Tugend unerwähnt im Dunkel der deutschen Geschichte vergessen: Der Heuchler und wendehalsige Opportunist. Ach wie herrlich ist doch die deutsche Sprache, für die kein ganzes Leben ausreichen kann, ihren Reichtum an Wörtern, ihre Fähigkeit, den Leuten auf die Finger zu schauen, ihre hintergründige Raffinesse und ihre kindliche Freude am Wortspiel, alle ihre Wendungen und Symbole zu lernen und zur Anwendung zu bringen. Das Volk der Dichter und Denker, hurra! Sprache korreliert mit Wahrnehmung und zeichenhafter Symbolik. Sie ist aber auch unmittelbarer Ausdruck kognitiver Prozesse. Und sie wird mitregiert aus der Welt der Gefühle, oder wie der Fachmann sagt, der Emotionen. Eine zentrale Emotion -die hochverdient seit Menschengedenken mitregiert- aller Lebewesen, ist Angst. Und, als ob es Brüderchen und Schwesterchen wären, Gehorsam. Es würde zu weit führen und wäre Thema einer ganzen Doktorarbeit, den verwickelten Prozess zwischen Sprache, Emotion und Verhalten hier in Kürze darstellen zu wollen. Nur die Asiaten (oh weh‘, ich trau‘ mir das gar nicht zu, den rassistischen Begriff zu flüstern, aus Angst vor möglichen Folgen, von denen Köpfen mit dem Schwert, Eingraben bis zum Kopf im Sand und Zerstückeln nur die  Spitze des Eisberges in der Wüste sind, geschweige denn, wenn auch nur der Hauch von Religion im Spiel ist) haben vielleicht  noch mehr Zeichen und Symbole, um ihre Jahrtausende lange Tradition zu zelebrieren. Ich bewundere sie, die Schriftzeichen in Tusche, die Hieroglyphen der Paläste. Wir sind alle Brüder und Schwestern, irgendwo sind wir alle miteinander verwandt, eine Rasse an humanoiden Zweibeinern, aber unsere Hände sind blutverschmiert und unsere Hirne gallengrün. Beherrscht von Angst und Gewalt, Angst als Emotion, Gewalt als Mittel der Durchsetzung. Hätten wir -etwas weniger als allgemein üblich- weniger Angst und weniger Gewaltbereitschaft, dafür mehr Mut und Kühnheit, mehr Zivilcourage und Lebensfreude, wir alle wären risikofreudiger, lebensbejahender, fröhlicher, optimistischer, tatendurstiger und mit einigem mehr an bewältigungsorientierter Tatkraft gesegnet. Wir wären Schöpfermenschen, nicht nur Häuslebauer und Schafkopfer. Unsere kommunikative Relevanz wäre kein Tribut an die Sinnlosigkeit, sondern an die Freude des Entdeckens und Ausprobierens. In allen Bereichen: Familie, Religion, Schule, Gesellschaft, Motivation, Expedition, Vision und Zukunft. Denn, seien wir doch ehrlich, die Angst vor dem Feind, dem Anderen, dem Fremden, die sitzt tief. Die wurde uns allen in die Windeln gepredigt. Nun will ich allmählich zum Ende kommen -nach der Wahl, ist …- die Zukunft. Der Klimaretter, der Influencer, der Post-Sars-Cov2-Überlebenden, der Geläuterten und Gewandelten, der Saubermenschen und Optimisten. Der Checker! Die Sprache wandelt sich in Zeit, in Zukunft, in Hoffnung und Zeitgeist. Die Zeichen bleiben, oder verschwinden, … vor der Wahl. Sprache ist – gefährlich, vergessen Sie das nie! Ernst Lipps, Juni 2021




Sprechen ist eine Fertigkeit, die ein Kind erst erlernen muss, um sich mit der Welt verständigen zu können. Denken ist eine Gabe, die dem Menschen verliehen worden ist und die er sich angeeignet hat. Lernen ist ein Werkzeug, das sich -unter anderem- des Denkens und Sprechens  bedient. Um dieses neuro-kortikale Netz zu entwickeln, braucht es Erfahrungen. Sprachliches Verhalten ist Ausdruck und  Mittel menschlicher Kommunikation. Lernen setzt Neugierde voraus und vorurteilsfreie Offenheit. Lernen kann ich nur, wenn ich bedingungslos Fragen stellen darf, sonst werde ich lediglich "konditioniert" wie der Pawlow'sche Hund. Ich bin ein Kind des 20. Jahrhunderts und werde im 21. Jahrhundert sterben. Was habe ich in dieser Zeitenwende gelernt? Einiges, meine ich, vieles und manches nicht. Dort, wo Sprache verstummt, endet das Denken, dort herrscht der Dschungel der Emotion, des Gefühls. Und der Reflexe.  Das Repertoire, die Mottenkiste der Manipulatoren, ist digitalisiert worden, "modern" ausgestaltet, aber die Muster sind uralt und gleich geblieben. Die Frage ist, ob das Kind sich von den "Eltern" emanzipiert hat, oder sich identifiziert mit alten Mustern.

Das setzt zwingend Denken und Lernen voraus und die Unbestechlichkeit der Sprache. 1 + 1 = 2. und Zwei und Zwei ist ungleich Fünf. das Denken bestimmt das Sein und umgekehrt. Lerne denken, du Mensch, und sprechen. Denn das Maß ist voll. Glaube nicht den "Eltern", die dir sagen wollen, dass sie alleine richtig liegen, benutze deinen Geist, die Logik, deine Gefühle, um dein Handeln zu lenken. Und möchtest du lieber schweigen -es sei dir unbenommen-, aber bedenke, es ist nicht möglich, nicht zu kommunizieren, orakelte einst Watzlawik. wer angesichts der kleinen und großen Diktatoren (die weiblichen Exemplare mit hinzugezählt) des 21. Jh.'s n. Chr. schweigt, verstummt, kuscht und klein beigibt, hat nichts gelernt, ist aber konditioniert worden wie der Pawlow'sche Hund. Das ist eine uralte Binsenweisheit, da muss man nicht einmal studiert haben, jedes Kind lernt das: wenn ich den Brei, den man mir vorsetzt, nicht aufessen will, dann setzt es Strafe.

Die Menschheit mag inzwischen viel mehr wissen als in früheren Jahrhunderten, aber weiser ist sie dadurch nicht geworden. Sie reagiert nach steinalten, archaischen Mustern: Zuckerbrot und Peitsche, Friß', oder stirb'! Sprache und Verhalten, habe ich gelernt, sind der Hebel des Archimedes, den menschlichen Geist zu revolutionieren. Die Frage ist: wann?



Veröffentlichung in OLDTIMER MARKT, Europas größtes Oldtimer Magazin, veröffentlicht in der 07/2020e

Wer gerne liest und das ein Leben lang, stößt irgendwann auf den Namen George Orwell, oder einen Buchtitel wie 'Farm der Tiere' usw.: Sein wohl bekanntestes und letztes Buch "1984" begann er 1946 auf der Insel Jura hier an dieser Stelle zu schreiben, auf der Barnhill Farm im Nordosten der Insel, die zu den Inneren Hebriden Schottlands gehört. Irgendwann in meiner Jugend fiel es mir in die Hände, ich begann zu lesen, las nicht zu Ende, Jahre, Jahrzehnte vergingen, aber "1984" vergißt man nicht, wenn man damit angefangen hat. Eine Dystopie, eine düstere Zukunftsvision. Damals war es für mich ein zu schwerer Stoff, für den ich weder das nötige Bedingungswissen, noch die emotionale Reife und Stärke hatte. Denn der wahre Horror ist alleine mit Blut und Schmerz, mit physischen Verwüstungen, nur unvollständig abbildbar. Orwell bringt es fertig, dass unsere Seele erfriert und unsere Fantasie kapituliert. Als ich im Sommer 2018 gefragt worden bin, ob ich in einem Oldtimer mit nach Schottland fahren will, da befand ich mich am Beginn eines neuen Lebensabschnitts, besser gesagt, am Beginn des Endes des alten. Es brauchte Zeit, dorthin zu gelangen, wo 'Fantasie auf Wirklichkeit trifft" (Lipps). Aber, schließlich war es so weit: da lag die Barnhill Farm. Dorthin muß man zu Fuß gehen, 12 Kilometer alles zusammen. Orwell schlief im Zelt, draußen vor dem Haus. Er hätte es sicher bequemer haben können, ich glaube er brauchte die Berührung mit der nackten Erde, um seinen Roman zu schreiben, seinen Letzten. Eine Geschichte zu schreiben, die weder banal, noch abgedroschen wirkt, in der man fröstelt, die Liebe, das Grauen, die verlorene Hoffnung und ähnliches findet, die schreibt man nicht  am sauberen Schreibtisch mit Zentralheizung. Solche Geschichten brauchen den Regen, die Kälte, das zwielichtige Grau. Und noch mehr: Erfahrung, Verarbeitung des Erlebten, sprachliches Ausdruckssvermögen, Vorstellungskraft und eiserne Disziplin. Alles braucht seine Zeit, im Leben und in der Literatur. Warum erzähle ich das? Die Antwort findet man in "1984". Und auf Jura.



Das 'Vater-unser' der Mörder und Bluthunde:

Sei ein Sklave, gehorche!

"Ich liebe die Partei, Ich bin glücklich, Ich lasse mich gerne von Big Brother überwachen Ich liebe ihn."



An den Bruchstellen der Persönlichkeit gilt:

Es herrscht Krieg und jeder ist auf sich alleine gestellt; der Terror kommt von oben.  Berichte und Kommentare, die die Gewalt- und Unterdrückerbande, beispielhaft beobachtbar in Myanmar, nicht nur mit warmen Worten oder Schweigen passiv duldet und die Besten eines Volkes verrecken lässt. Die sogenannten Demokratien versagen vor Menschenschlächtern. Der Widerstand des Volkes von Myanmar von überall. Wie groß müssen Verzweiflung und Wut sein, um diesen Löwenmut aufzubringen?

Euch hilft keiner, aber ihr werdet siegen und ..."nicht vergeben."

Quellen:

https://www.tagesschau.de/kommentar/tage-des-terrors-myanmar-101.html

https://www.tagesschau.de/ausland/myanmar-untergrundkliniken-101.html

https://www.tagesschau.de/ausland/myanmar-moenche-proteste-101.html


GEWALT und SCHULD im Kontext der Zeit


Letztendlich müssen die Täter  keine Angst haben, sie werden nicht zur Rechenschaft gezogen, und die Demokraten waschen sich ihre Hände in Unschuld. Die sich selbst lobenden, sogenannten „Demokratien“… könnten Hoffnung sein, solange sie sich nicht direkt und indirekt an der Schizophrenie der Mörder beteiligen,  im Jemen, in Belarus, in Myanmar, in Syrien und anderen einschlägigen Stellvertreter-Brennpunkten, wenn sie einerseits heuchlerisches Entsetzen bekunden am Blutrausch der Bestien, die ihr Volk unterdrücken, sich vornehm „distanzieren“, andererseits aber ängstlich auf ihre Aktienkurse blicken und „Sorge tragen“, dass Industrie und Waffengeschäfte ungehindert florieren und dass Profiteure, Händler, Kriegsgewinnler und Verbrecher die Champagnerkorken knallen lassen und Kaviar goutieren können. Das ist Heuchelei in Bestform. Freiheit hat ihren -blutigen- Preis. Den zahlen die Opfer und Heldinnen, die mutigen und verzweifelten Menschen. Sie sind die Zukunft der Menschheit, die überleben will, nicht die arroganten, reaktionären Zynikerinnen, die von Demokratie und Globalisierung schwafeln und deren Ignoranz, schizophrene Inkonsequenz und Heuchelei, die Freiheit mit Soldatenstiefeln treten hilft. Freiheit -und es gibt nur eine universelle davon- verlangt ein Umdenken und ein wirkungsvolles Handeln, verlangt langfristige Konsequenzen, keine leeren Worte.


Therapie gegen internationalen Faschismus:

https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2021/02/undoing-prison-can-duendar-maxim-gorki-theater-berlin.html

Der Mensch ist ein Ganzes, auch wenn er gespalten ist/wird; wie behandle ich meinen Faschismus, der in mir als Mensch veranlagt ist? Ich gehe in Therapie - oder ins Gefängnis, um zu erkennen, wer ich bin. Gegen Beton im Kopf, hilft nur die Unbegrenztheit der Kunst. Der Lebens-Kunst, natürlich.



Jede Herrschafts-Elite findet ihr Spiegelbild im Volk.


https://www.tagesschau.de/ausland/orban-311.html

Damit meine ich, ein Volk ist verantwortlich, für die Elite, die es duldet;

das müssten die Deutschen am besten wissen, aufgrund ihrer eigenen Geschichte.



Sie nennen das Utopie; ich nenne es Hoffnung und Zukunft.einer neuen Menschheit.






RENDEZ-VOUS-IMAGE 2020


Ein Mensch, der sich als schreibend wahrnimmt wie ich, der ohne zu schreiben nur schwer leben könnte, was nicht bedeutet, dass er immer schreiben muss oder zwanghaft reagiert, wenn er mal nichts schreibt, will und muss das Geschriebene zeigen, teilen, wie man es heute nennen würde. Wenige Tage, nachdem ich mein erstes selbst erstelltes Buch bei Wanderer bei Hannover hatte drucken lassen, hatte ich einen Traum: ZEIT, mein eigenes Buch geht seinen Weg, verlässt mich, um hinaus zu gehen in eine dunkle, schmutzige, ja dreckige Welt. Es ist ein Teil von mir, der ab jetzt ohne mich sein Eigenleben führt. Das waren meine spontanen Gedanken und Empfindungen mitten im Traumgeschehen. Das Loslassen und Verlassen ist der entscheidende Schritt. Das war im Januar 2016: ich musste loslassen, von der Idee, von der Umsetzung, vom Ende des Entstehungsprozesses dieses Buches. Und so ist es bis heute geblieben, der Urheber hat wenig bis gar keinen Einfluß mehr, was daraus wird. ZEIT ist ein Findling, ein Schriftstück mit Fotografien zwischen zwei Hardcover-Buchdeckeln. Ich will mich nicht auf den Wert -wie immer man den definieren kann- eines solchen Produktes konzentrieren, sondern auf den Prozess seines Zustandekommens. Die erste und wichtigste Frage ist, würdest du das nochmals machen? Dir ein Buch aus den Rippen schneiden? Für eine positive Antwort gäbe es verschiedene Kriterien, anhand derer man die Frage beantworten könnte. Mir war von Anfang an klar, dass es jenseits der 60 illusorisch ist, sich auf die mit Gewissheit frustrierende Suche nach einem Verlag zu machen, aussichtslos! Unrealistsisch. Für mich schied das von vorneherein aus. Ich nahm die Sache selbst in die Hand und auch für meine Verhältnisse viel Geld: vorfinanziert, den Druck. Heute gibt es ein massives weltweites Überangebot an guten Büchern, die ihre Leser-innen suchen, besonders bei Fotobüchern. Um ein eigenes Buch zu machen, muss man dafür arbeiten. Und wenn man wie ich damals noch mitten in seiner ursprünglichen Profession steht und seinen Lebensunterhalt damit verdient, kann das nur bedeuten, dass man einen Nebenfluss zum Strom gräbt, in der Hoffnung, Nuggets zu finden: Goldgräberromantik, sonst nichts. Wenn ich also jeden Cent selbst bezahlen und verdienen muss, dann will ich auch mit sprühender Freude und unbeschreiblichem Hochgenuss zu Werke gehen, dessen war ich mir bezüglich meiner intrinsischen Motivation gewiss. Ich mache mein Buch ganz wie ich es will, allerdings wohl darauf achtend, was andere dazu meinen. Letztendlich bleibt es die eigene Entscheidung.


2020 - Ja, ich würde es noch einmal machen, genau so, nicht anders: auf eigene Faust und Risiko, in der Lust des Momentes, im zündenden Augenblick, wenn die Ideen kommen und festgehalten werden wollen. Und die Ideen, Wort, Sätze kamen spontan: auf dem Weg zu Fuß, zur Arbeit - päng, ein Gedanke, so klar, dass ich kaum erwarten konnte, am Schreibtisch in der Praxis damals noch zu sitzen und ihn schnell auf einen Zettel zu schreiben, bevor der Alltag seine Erinnerung raubt. So begann oft mein Arbeitstag, damals. Und heute sitze ich hier in den selben Räumen, die keine Praxis mehr sind, sondern ein Atelier, eine Werkstatt wie es auf gut Deutsch heißt. Der Schreibtisch, die Werkbank, alles andere losgelassen, zurückgelassen, viele, viele Illusionen, die ganz besonders, schmerzlich und gut so. Trennung von Illusion und Realität. Aber ganz ohne Illusionen oder romantischen Vorstellungen geht es auch nicht, dafür wäre das Leben zu arm. Wenn ich mich in den vergangenen Wochen und Monaten ab und zu etwas eingehender mit anderen Menschen unterhalten habe, dann kam irgendwann bei meinem Gegenüber die Sprache auf die Zukunft und auf die still gehegten Träume und Pläne, deren Zeuge ich dann geworden bin. Das gab mir die Gewissheit, dass in vielen, vielleicht in den meisten Menschen im Inneren eine eigene Welt hockt, verborgen und gesichert vor der brutalen Umwelt, die ihre eigenen Gedanken, Emotionen, Geschichten und Träume hat. Vielleicht ist es das, was die Menschheit bisher vor dem Untergang bewahrt hat, die Sehnsucht nach dem Anderen Leben, dem Geträumten, Ersehnten, Wahren. Viel Geld, Reichtum, Macht, Jugend, Schönheit, Einmaligkeit - alles vergänglich. Die Zeit läuft, zinslos.


Nur zurück in die Vergangenheit blicken, sinnlos. Hektisch so viel wie möglich in einen einzigen Tag hineinpacken: ungesund und dumm. Mit aller Hoffnung an eine bessere Zukunft glauben: naiv. Es ist nicht die Linearität der Prozesszeit des Lebens, es sind die Anker, die uns mit unserem Leben halten und verbinden, die Anker, die wir beabsichtigt oder unbeabsichtigt spontan im Fluß der Zeit werfen oder fallen lassen. ZEIT war einer dieser Anker, die ich werfen m u s s t e, um so leben zu können wie es meine Person und mein Lebenslauf es von mir verlangt hat. Aber der Anker ist am Morgen jenes Traumes gelichtet worden, als ich das Buch innerlich loslassen musste, seinen ungewissen Weg hinaus gehen lassen musste. Es bleibt "mein Sohn", die geistige Repräsentanz des Schriftstellers wie er sein Leben träumt, inmitten seiner Figuren. So wird man seinen Sohn ein Leben lang mal mehr, mal weniger im Auge behalten und im Herz mit sich tragen, man wird sich auf die eine oder andere Art in seine Figuren, die Imagines, verlieben, platonisch, väterlich, oder auf eine nicht besschreibbare Art. Die Imagines gehen ihren eigenen Weg und das ist gut so. Und der Schriftsteller-Vater ist stolz auf seine Figuren, er hat sie erträumt, ersehnt, visioniert, imaginiert und niedergeschrieben. Die Feder, der Füllfederhalter, das Notebook, was auch immer, sind seine Werkzeuge auf der Werkbank. Er weiss um die Dinge und erhebt sich in seiner Fantasie, nimmt die Kamera, notiert, skizziert, projeziert in den Text hinein. Die wirkliche Werkbank ist aber ganz wo anders: sie ist in seinem Kopf, Tag und Nacht, wach und träumend. Sie ist der Puls der Zeit. Dessen ist er sich gewiss, zweifelslos. "Inmitten" des Geschehens, mitten drin unter den 3.700 Besucher-innen des RDVI im Palais du musique et de congrès, bleibt er der stille Beobachter von Zeit und Menschen einschließlich sich selbst. Denn er wäre kein Schriftsteller, würden ihm keine neuen Plots und Szenen einfallen, die er niederschreiben wollte, weil sie ihn gefangen nehmen, seinen Geist beflügeln und nach einer eigenen Form drängen. Das Schreiben geschieht nicht um seiner selbst willen, es ist lediglich Ausdruck eines ewigen, fantasiebegabten Kindes, das seinen Weg in die Welt und ins wilde Leben sucht.


https://www.rdvi.fr/les-selectionnes-2020.html
Plakat


 


 

„Du musst eine Geschichte erzählen“ oder Mann und Frau an Punkt X


Der geborene Schriftsteller Ernst Lipps nimmt sich Zeit und schreibt über „Zeit“.
Ein Schriftsteller kann überall sein, er spricht durch seine Figuren, mit und über sie. Er beleuchtet ihr Innenleben, genauso wie ihre Umwelt. Einer der schreibt, reist in die Vergangenheit, genauso wie in die Zukunft. Was kümmert ihn die Zeit? Dank seiner Vorstellungskraft sind alle Türen offen, auch die zum imaginären Punkt X, wo Weichen gestellt werden. „Zeit“ heißt das Debüt von Ernst Lipps, eine Collage aus Texten und Fotografien, ein Buch, das Biographie, Science-Fiction, Poesie, Beobachtung und Philosophie klug verbindet. „Ich hatte keine andere Wahl“, schreibt der Offenburger Diplom-Psychologe Ernst Lipps über seine Motivation.   

Ernst Lipps berichtet im Anfang aus seiner Familiengeschichte und ihren Katastrophen. Der studierte Psychologe ist unter der biographischen Last nicht zusammen gebrochen, sondern hat taff sich (etwas) aufgebaut. Trotz vieler Reisen (Sibirien, St. Petersburg, Mongolei) spürte er „einen Fleck in meinem Herz“. Diese Erkenntnis trifft ihn wie ein Hammerschlag. Paris, das er erst mit 60 Jahren kennen lernt, wird zu seinem turning point. „Du musst eine Geschichte erzählen“, wird ihm geraten. Ernst Lipps nennt seine Schriftstellerei „anarchisches Schreiben“, sie beginnt eines Morgens als er „weit in die Zukunft träumte.“

Seine Geschichte ist wie jede gute Story schnell erzählt. Ein Mann und eine Frau betreten die seit 1000 Jahren menschenleere Erde. Sie sind Nachkommen von Flüchtlingen und mit überirdischen Kräften ausgestattet. Ihre menschlichen Emotionen haben sie aber behalten. „Die Menschheit des 21. Jahrhunderts hatte sich mit Stumpf und Stiel ausgerottet“, schreibt Ernst Lipps über „diese unglückliche Rasse“, die mit O'anna und dem Nomaden und Krieger „der 13. Sohn“ einen Neuanfang wagt.

Der Mann in der Geschichte bleibt Wort, die Frau wird Bild. Ernst Lipps hat mit einem Modell in einer alten verlassenen Fabrik künstlerisch hochwertige Akte in schwarzweiß fotografiert. Der Fotograf Ernst Lipps begleitet O'anna vom Eintritt durch eine Tür in die Räume und Hallen, wo die Menschheit am großen, industriellen Rad gedreht hat. Die vielen Scherben sind ein Symbol dafür, wie brüchig doch alles ist. An O'annas Mimik und Gestik liest man die Verwunderung über diesen „lost place“ ab. Diese Reste der Zivilisation sind Anfang und Ende zugleich. Ernst Lipps spielt mit Licht, Perspektiven, Schärfen und Unschärfen. Seine Bilder sind Kunst.  

Ernst Lipps nimmt sich die künstlerische Freiheit die Story zu verlassen. Anfangs hatte man den Eindruck, dass hier ein Romantiker und Neo-Symbolist seine Protagonisten wie ein Caspar David Friedrich in seinem berühmten Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (ca. 1818) verortet. Hinten liegt unsichtbar die Vergangenheit, vorne unterm Nebel die ungewisse Zukunft. Ernst Lipps lichtet den Nebel, schreibt über Glück und die Entzauberung unseres Lebens „durch die Vorherrschaft der Maschinen, besonders der Computer“.

Ernst Lipps' „Zeit“ bewahrt den Zauber, nicht nur am Anfang, wo bekanntlich immer ein Zauber inne wohnt, sondern auch am Schluss, auch ohne klassisches Happy End. O'anna wird Mutter, „der 13. Sohn“ wird ein Vater und bleibt auf der Erde und wird sich wohl vom Krieger und Nomaden zum sesshaften Bauer wandeln. „Wer hier dauerhaft leben will, muss was tun, die Dinge in die Hand nehmen, nicht hoffen und warten bis alles gut ist. Wildes Land.“ Diese heroischen Zeilen könnten aus einem John Ford Film sein, tatsächlich stammen sie von einem Neo-Symbolisten aus Offenburg. Ein programmatisches Buch!


Der Text stammt von Pascal Cames, Autor aus Offenburg

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